Schlaf- und Abendlieder
Lege dich gemütlich hin und lausche den Klängen der Abendlieder.
Spüre, wo dich die Musik innen erreicht. Wenn du magst singe oder summe einfach mit, wie es dir wohltut.
Gesang: Katrin Hoos
Klavier: Agnes Lücker
Guten Abend, gut Nacht
Melodie von Johannes Brahms (1833–1897) nach einer Volksweise,
Text: Strophe 1 »Des Knaben Wunderhorn«, 1808, Strophe 2 Georg Scherer 1824 –1909
1. Guten Abend, gut Nacht, mit Rosen bedacht,
Näglein besteckt, schlupf unter die Deck.
Morgen früh, wenn Gott will,
wirst du wieder geweckt.
2. Guten Abend, gut Nacht, von Englein bewacht,
die zeigen im Traum dir des Kindleins Baum.
Schlaf nun selig und süß,
schau im Traum ’s Paradies,
Guter Mond, du gehst so stille
Volksweise seit Anfang des 19. Jahrhunderts, nach einem 7-strophigen Liebeslied
Text: Karl Enslin (1819–1875)
Guter Mond, du gehst so stille durch die Abendwolken hin.
Deines Schöpfers weiser Wille hieß auf jener Bahn dich ziehn.
Leuchte freundlich jedem Müden in das stille Kämmerlein.
Und dein Schimmer gieße Frieden ins bedrängte Herz hinein.
Guter Mond, du wandelst leise an dem blauen Himmelszelt.
Wo dich Gott zu seinem Preise hat als Leuchte hingestellt.
Blicke traulich zu uns nieder durch die Nacht aufs Erdenrund.
Als ein treuer Menschenhüter tust du Gottes Liebe kund.
Guter Mond, so sanft und milde glänzest du im Sternenmeer.
Wallest in dem Lichtgefilde hehr und feierlich einher.
Menschentröster, Gottesbote, der auf Friedenswolken thront,
zu der schönsten Morgenröte führst du uns, o guter Mond!
Der Mond ist aufgegangen
Melodie: Johann Abraham Peter Schulz (1747–1800);
Text: Matthias Claudius (1740–1816)
1. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel her und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget und aus den Wiesen steiget, der weiße Nebel wunderbar.
2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold
als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.
3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.
4. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch!
Lullaby Nigun
Sylvia F. Goldstein
Nigun (pl. Nigunim; hebräisch: ניגון; jiddisch: Nign) ist ein hebräischer Ausdruck für Melodie.
Eine Melodie aus kabbalistischer/chassidischer Tradition, in der Regel ohne Worte wird als Weg zu höherem Bewusstsein und Veränderung des Selbst betrachtet.
„Wenn Worte der Schreibstift des Herzens sind,
dann ist Singen der Schreibstift der Seele“. (Rebbe Schneor Salman von Liadi)
Deshalb haben Nigunim in der Regel keinen Text. Worte begrenzen und definieren, aber der Nigun sprengt die Grenzen der Seele. Über Worte hinaus.
Roger Quilter: Slumber Song
aus “Where the Rainbow Ends” 1911, Text: Clifford Mills
Rock-a-bye slumber comes soft from the West,
Mother is calling her babes to their nest,
Far flying birdies sail home on tired wing,
When all the world’s mothers their cradle song sing.
Rock-a-bye, rock-a-bye, shoo!
Rock-a-bye slumber brings dreams from afar,
Woven for Earth in the first evening star;
Down through a cloud way of sunset she flies,
And with her soft kisses gives sleep to tired eyes.
Rock-a-bye, rock-a-bye, shoo
Agathe Backer–Grøndahl: Sov saa stille
op. 42 no. 8, 1899, Text: Andreas Grimelund Jynge
| Sov saa stille, sov, min lille, Nu er det jo nat. Vet du ei, at alle fugle, Blunder længst i skog og krat, Og de lyse blomster vugges Alt i sakte slummer ind, Saa skal vi paa puten lægge Varligt kind mod kind. Sov saa stille, sov, min lille, Natten er ei lang. Og imorgen skal du vaagne Til de glade fugles sang, Og da skinner atter solen I den lyse blomster eng. Sov saa stille, sov min lille I den bløte seng. | Schlaf so ruhig, schlaf mein Kleines, Nacht brach schon herein. Weißt du nicht, dass alle Vögel längst im Wald geschlummert ein, und die hellen Blumen wiegen alle im sanften Schlummer? Dann legen wir uns auf das Kissen sanft, Wange an Wange. Schlaf so ruhig, schlaf mein Kleines, Die Nacht ist nicht lang. Und Morgen wirst du erwachen mit dem Gesang der glücklichen Vögel und dann scheint die Sonne wieder auf die helle Blumenwiese. Schlaf so ruhig, schlaf mein Kleines, In dem Bettchen weich |
Georg Phillip Telemann: „Ohnesorge“
Ein ganz besonderes Lied: schon zu Telemann’s Zeiten (1681 – 1767) hatten die Menschen schon zu tun mit nicht zur Ruhe kommenden Gedanken!☺️
Geht schlafen, geht, macht Feierabend ihr Sorgen! Hört ihr’s?
Legt euch doch! Legt euch doch!
Schweigt, schweigt und schreit mir nicht den Kopf noch weiter voll!
Ihr habt wahrhaftig hohe Zeit, hier seht ihr die Zufriedenheit,
die euch zu Bette leuchten soll.
Nein! Sagt mir: was verzieht ihr noch?
Sagt mir: was verzieht ihr noch?
Geht schlafen, geht, macht Feierabend ihr Sorgen! Hört ihr’s?
Legt euch doch! Legt euch doch!